Belsen Kreis Tübingen

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Flurnamen


Zu den hier erwähnten Flurnamen schreibt Jürgen Meyer

Der „Kreben“

„Kreben“ gibt es in der Region Dutzende. Sei es in Öschingen, Nehren, Dusslingen, Melchingen, Stetten oder Unterhausen. Aus nahezu allen Belegstellen geht hervor, dass der „Kreben“ ein freier Platz war. Und zwar nicht nur hinsichtlich der Lage, sondern im Sinne von „Freiheit“. Vom Ringinger Fleckenbuch (1530) ist in abgewandelter Form überliefert: „Hier auf dem Dorfplatz im Krebenring, tagte in alter Zeit die Gemeinde. Unter den Linden der Männer Thing, saß zu Gericht über Freunde oder Feinde.“ In der Pfarrpfründeerneuerung von 1728 heißt es noch: „Der Kreb…unten im Dorf, darin ist eine Freiheit von 24 Stund.“ Was soviel bedeutet, dass der „Kreben“ ein zeitlich begrenztes Asyl war.

Die uralte Gerichts- und Versammlungs-Tradition lässt sich gerade in Ringingen und Salmendingen (1730: Tanz-Kreeb) gut nachweisen, da der Ort noch lange Zeit als Tanzplatz der Jugend galt. Bei jeder Veranstaltung war eine Amtsperson anwesend. Die „Freiheit“ bestand darin, dass ein jeder nach Gutdünken handeln konnte, ohne Strafe zu befürchten. Der Platz der umwallten Schanze wurde demnach in Belsen noch bis in Mittelalter als Versammlungs- bzw. lokaler Gerichtsort genutzt.

„Beybruck“.
Auch hier liegt eine Verschreibung vor, die Du aber nicht zu verantworten hast. Der richtige Flurname müsste lauten „Bei (der nicht geheuren) Burg“. Hier die Erklärung:

Die „Beyburg“

Der Bevölkerung waren diese rechteckigen Erdwälle unheimlich; das läßt sich zumindest aus der Deutung dieser Flurnamen interpretieren. Vielsagend ist eine Notiz in der Stiftungsurkunde des Klosters Einsiedel von 1492, wo die dortige Keltenschanze als „Byburg“ bezeichnet wird. (Auch in Unteregg/Bayern heißt eine keltische Schanze „Beyburg“). „Beiburg“ in Herleitung vom althochdeutschen „bî“ meint „wo es nicht geheuer ist“. Wenn im Mössinger Flurnamenbuch das Gewann „Beybruck“ mit der Erklärung „bei der Brücke“ umschrieben wird, ist das deshalb falsch. Die neuzeitlichen Flurkartenbeamten konnten mit einer „Burg“ nichts mehr anfangen, und dachten, das Gewann beziehe sich wohl auf die steinerne Brücke. Doch die nördliche Hälfte der „Keltenschanze“ liegt in der Markung „Beybruck“.