Die Belsener Kapelle


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Die Kapelle in Belsen

auch Belsener Kirche oder Belsener Kirchle genannt, liegt auf einem Hügel östlich der Bahnlinie Tübingen - Sigmaringen von der aus sie recht gut zu erblicken ist.

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Schon  Gustav Schwab,   bekannt durch seine   Sagen des klassischen Altertums,   war beeindruckt von ihrer einmaligen Lage am Albrand. Gustav Schwabs Wege
Die Kapelle zählt zu den ältesten romanischen Chorturmkirchen Baden-Württembergs.
Die Kirche in ihrer heutigen Form ist wohl schon vor dem Jahr 1150 auf dem von Lorsch dem Benediktinerkloster Hirsau übereigneten Grund und Boden erbaut worden. Im 1160 erschienenen "Codex Hirsauginensis" ist sie zusammen mit 16 anderen zum Kloster Hirsau gehörenden Kirchen erwähnt. Sie ist den Heiligen Maximinus und Johannes geweiht
Grabungen, die im Jahre 1899 vom damaligen Pfarrer Max Duncker im Innenraum der Kirche unternommen wurden, zeigen, dass die Kirche auf wesentlich älteren Fundamenten errichtet ist. Sie hat damals wohl die durch Brand abgegangene karolingische Kapelle ersetzt, die aus der Zeit der Christianisierung stammte.
Die 1960 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Grabungen bestätigen die Dunckersche Rekonstruktion, nach der diese Kapelle ein Massivbau mit den Maßen 7,9 x 4,4 m war.
Die Fundamente dieses Vorgängerbaus sind heute allgemein zugänglich und können besichtigt werden.
Leider ist die ursprüngliche Form der Kirche von 1150 durch verschiedene Baufrevel in nachromanischer Zeit zerstört worden. Der erhöhte Dachstuhl, Turm und Chor und auch die Großflächenfenster sind nicht mehr original. 1824 wurde außerdem im Zusammenhang mit der Anlegung des Friedhofs eine Sakristei und ein Ausgang im Norden angelegt. Das Nordfenster im Chor, das bei der Verlegung der Orgel an deren jetzigen Standort im Jahre 1873 eingebaut wurde, ist ein weiterer Fremdkörper. Das im ursprünglichen Bau vorhandene Sonnenloch   Das Sonnenloch ist heute durch den Anbau der Sakristei nur von innen sichtbar. Dieses Sonnenloch sowie die sagenumwobenen Reliefs am Westgiebel sind immer wieder Anziehungspunkte für Laien und Archäologen.
Im "Kurzführer durch die Belsener Kirche" von Karl Schauber und Adolf Schäfer heißt es hierzu:
" ... Experten wie Laien brachten in einer Flut von Literatur ihre Deutungen über die rätselhaften Steinbilder ein, welche nicht selten auch mit antiker Symbolik in Verbindung gebracht und vor dem Hintergrund einer gesicherten keltischen und römischen Siedlungsepoche gesehen werden (Viereckschanze).
Nach wie vor besteht die Frage, ob diese Steinmetzarbeiten bereits Bestandteil eines Vorgängerbaus waren. Die das Tympanon krönende Gestalt wird nicht selten als Vogel (Adler oder Eule) gedeutet. ...
Die Lichtöffnung in der Südostecke des Inneren, wissenschaftlich oft umstritten, hat erst jüngst volle Bestätigung als Sonnenkalenderanlage gefunden. Fachleute der Geodäsie bestätigten per Computervermessung die 1838 aufgezeichneten Augenzeugenberichte über eine Lichterscheinung. ..."

Nicht nur die historische Vergangenheit - auch die einmalige Lage mit herrlichem Blick auf die Schwäbische Alb - lohnen einen Besuch bei diesem "alten Kirchlein, lichtumflossen.." , wie es in einem Gedicht von Karl Schauber heißt:

Liederkranz Belsen singt "Sei gegrüßet mir dort oben.." Sei.mp3


In der Beschreibung des Oberamts Rottenburg von 1828 wird die Kapelle wie folgt beschrieben: Oberamtsbeschreibung

Als ausführliche Beschreibung

mit reichem Bildmaterial und ausführlichen Untersuchungen empfiehlt sich das 2014 erschienene Buch

DIE BELSENER KAPELLE
von Stefan Wintermantel
ISBN: 978-3-941500-16-7
Mauser&Tröster GbR
Röhlerstr. 12, D-72116 Mössingen
www.mtdruck.de


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Hier der Link zur Seite des Verfassers: http://www.belsener-kapelle.de/belsen.html